Sophie von Dönhoff, Illustration: Eva Feuchter
Illustration: Eva Feuchter

Sophie
von Dönhoff

Selbstbewusste Geliebte und Gutsherrin, 1768 – 1834
auch: Sophie Juliane Gräfin von Brandenburg

FrauenOrt in Heckelberg-Brunow

Jung, schön und selbstbewusst. Als Mätresse des preußischen Königs hielt sich Gräfin von Dönhoff nicht an die Spielregeln. Zu emanzipiert für den Königshof, engagierte sie sich später als Gutsherrin. Da hatte sie auch als Frau etwas zu sagen.

Sophie Juliane Friederike von Dönhoff

Sie stammte aus einer entlegenen Ecke des Landes – vom ostpreußischen Gut Beynuhnen (heute Uljanowskoje). Mit 20 Jahren kam Sophie von Dönhoff an den preußischen Hof nach Berlin, als Hofdame der Königin. Hier wurde ihre schöne Gestalt gelobt, zudem soll sie wunderbar gesungen und Klavier gespielt haben.

Der König Friedrich Wilhelm II. lebte von der Königin getrennt, seine letzte jugendliche Mätresse war kürzlich verstorben. Er verliebte sich in Sophie von Dönhoff – und sie sich in ihn. 1790 heirateten sie in einer morganatischen Ehe. So hieß die Ehe zu einer Person niedrigeren Standes, die selten auch als „Zweitehe“ geschlossen wurde. Mögliche Kinder waren von der Erbfolge ausgeschlossen und konnten keine Thronfolger werden.

Sophie von Dönhoff wurde in den Stand einer Gräfin erhoben und erhielt den Titel „Gräfin von Brandenburg“. Sie selbst nutzte allerdings weiterhin den Namen Dönhoff.

Selbstbewusste Geliebte

Sophie von Dönhoff war jung und schön. Und selbstbewusst genug, mit dem mächtigsten Mann Preußens einen Ehevertrag zu verhandeln. Bei Hofe wurde erwartet, dass sie sich als Zweitfrau im Hintergrund hielt und auch der König schätzte eher ihre Anmut als ihren Verstand. Sie aber sagte ihm energisch die Meinung, kritisierte seine spiritistischen Sitzungen mit den Rosenkreuzern und prophezeite die Niederlage gegen die französische Revolutionsarmee in Valmy.

Zu viel Emanzipation für den preußischen Hof. 1793 ließ sich der König von ihr scheiden, die zwei gemeinsamen Kinder wurden von seiner ersten Geliebten und langjährigen Freundin Wilhelmine Encke erzogen.

„Ich glaube, daß man niemals so geliebt hat und so lieben wird, wie ich den König geliebt habe. Allein diese Liebe konnte mich nicht verbinden, gegen mein Gewissen und die Wahrheit zu sprechen.“

Sophie Juliane Friederike Gräfin von Dönhoff (1)

Engagierte Gutsherrin

Nach einigen Jahren in Angermünde kaufte Gräfin von Dönhoff das Gut Beerbaum mit den Dörfern Gratze und Tempelfelde. Hier regierte sie als soziale und durchsetzungsstarke Gutsherrin. Sie setzte landwirtschaftliche Reformen zur Befreiung der Bauern um, ließ das Gutshaus kunstvoll ausstatten und Lehmhäuser für die Pächterfamilien bauen.

Die Kinder des Ortes hatten einen Schulweg von etwa einer Stunde ins benachbarte Tuchen zu gehen. Also ließ sie ein Schulhaus errichten und stellte eigenmächtig einen Lehrer ein. Auf die Kritik der zuständigen Behörde erwiderte sie, eigenwillig wie früher bei Hofe: „Die Hauptsache ist, daß die Kinder meiner Leute nicht nach Tuchen gehen und sich im Winter ungesund machen.“ (2)


Frauenort Sophie von Dönhoff in Heckelberg-Brunow

16259 Heckelberg-Brunow, OT Beerbaum, neben der Gutseinfahrt, Lebens- und Wirkungsstätte der Gräfin von Dönhoff

52°43’47.6″N 13°47’32.8″E / Google Maps / Open Streetmap

Weiterführende Links & Literatur

LeaderTV: Sophie Dönhoff Haus „Wohnen und Leben auf dem Lande um 1800“

Downloads

FrauenOrte Tafel von Sophie von Dönhoff (PDF)


Fußnoten & Quellenangaben

  1. Gräfin von Dönhoff an Isabelle de Charrière am 6. September 1794, abgedruckt in: Gregor Geismeier: Le Denhoff – Für eine Mätresse zu klug, in: Die Mark Brandenburg Nr. 43 (2001), S. 29.
  2.  Gregor Geismeier: Le Denhoff – Für eine Mätresse zu klug, in: Die Mark Brandenburg Nr. 43 (2001), S. 28f.

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