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Clara Grunwald groß
Grunwald Zitat

Clara Grunwald

1877–1943 | Pädagogin

 

FrauenOrt Clara Grunwald: Bahnhofsgebäude, Am Bahnhof 1, 15517 Fürstenwalde

 

Clara Grunwald wird am 11. Juni 1877 in einer kinderreichen jüdischen Familie in Rheydt geboren. Ihr Lebensziel ist es, Lehrerin zu werden.

 

Erste Vorsitzende der deutschen Montessori-Gesellschaft

 

Nach ihrer Ausbildung erhält sie eine Anstellung im Berliner Norden. Sie arbeitet nach den Methoden der italienischen Reformpädagogin Maria Montessori und fördert Kinder mit Verhaltensstörungen und verschiedenen Lernschwächen. 1924 werden auf Claras Initiative zwei Volkskinderhäuser gegründet, in denen Arbeiterkinder betreut werden. In vielen Städten Deutschlands hält sie Vorträge über die Methoden der Reformpädagogik und wird 1925 erste Vorsitzende der deutschen Montessori-Gesellschaft.

 

Entzug der Lehrerlaubnis

 

Clara nimmt Bertel Elmenreich, eine Analphabetin, als Pflegetochter zu sich und bildet sie zu einer guten Schülerin heran, die später erfolgreich eine Gartenbaufachschule abschließt. Diese Pflegetochter heiratet den Landwirt Martin Gerson. Nach 1933 wird Clara Grunwald die Lehrerlaubnis für öffentliche Schulen entzogen und die Nazis schließen ihre Kinderhäuser.

 

Verbotener Unterricht

 

Als 1941 Martin Gerson die Leitung des Gutes in Neuendorf im Sande übernimmt, kommt auch Clara Grunwald in die Fürstenwalder Gegend. Sie erteilt nun jüdischen Kindern und Jugendlichen wieder Unterricht, der wegen der Verbote der Nazis nur mündlich stattfinden darf. Deshalb vermittelt sie Wissen an praktischen Beispielen in der Natur und lehrt die Kinder die Liebe zur Natur und die Achtung vor dem Leben.

 

Deportation nach Auschwitz

 

Im April 1943 werden alle noch im Gut Neuendorf lebenden Juden nach Auschwitz deportiert. Clara Grunwald will bei ihren Schützlingen bleiben und geht mit ihnen auf den Transport nach Auschwitz. Ihre Fähigkeiten als Pädagogin sowie ihre Liebe und Umsicht bei der Arbeit mit Kindern sind unvergessen.