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Hedwig Rösemann

1665 der Hexerei angeklagt und bei lebendigem Leib verbrannt

 

FrauenOrt Hedwig Rösemann: Schützenplatz, 14823 Niemegk

 

Über Hedwig Rösemann ist bekannt, dass sie als einfache Frau der Hexerei angeklagt wird. Der Vorwurf lautet, sie sei mit dem Teufel im Bunde und habe anderen Mitbürgern Tod und Krankheit gebracht. Die Prozessakten berichten auch von blauen Flecken an Hedwig Rösemanns Körper, die sie vermutlich Hilfe suchend einer anderen Frau gezeigt hat. Prompt folgt der Vorwurf „Ob es nicht der böse feind gethan?, also der Teufel, mit dem sie Unzucht getrieben habe.

 

Inhaftierung und Folter

 

Von März bis Juni 1665 ist Hedwig Rösemann inhaftiert. Zweimal wird ihr unter Folter ein Geständnis abgerungen. Folter ist damals legitimes Mittel der Prozessführung. Unter Schmerzen spreche der oder die Angeklagte die Wahrheit, glaubt man. Üblich ist das Zerquetschen der Beine in „Braunschweiger Stiefeln. Der Amtsschösser Fugmann verkündet das von der Juristenfakultät Wittenberg bestätigte Urteil: Mit dem Feuer vom Leben zum Tode.

 

Tod auf dem Scheiterhaufen

 

Am 6. Juni 1665 findet Hedwig Rösemann auf dem Scheiterhaufen den Tod. Verschleiert wird die gebürtige Niemegkerin zur Richtstätte vor dem „Wittenberger Thore auf den so genannten Hexenberg gefahren, wo alsbald Flammen lodern.

 

Hexenverfolgung in Brandenburg

 

Niemegk gehört damals zu Kursachsen – wie Brandenburg eine Region mit vergleichsweise geringer Hexenverfolgung. In Sachsen werden etwa 905 Menschen wegen Hexerei angeklagt, davon sind fast drei Viertel Frauen. Für Brandenburg wird eine ähnlich hohe Zahl vermutet. Während im 17. Jahrhundert in der Mark nur noch sporadisch Anklagen wegen Hexerei erhoben werden, ist es in Sachsen die Zeit der intensivsten Verfolgung. Das letzte Todesurteil wegen Hexerei wird in Sachsen 1685 und in Brandenburg 1701 vollstreckt.