Illustration: Noa Snir
Illustration: Noa Snir

Erna
Taege-Röhnisch

Dichterin, 1909 – 1998
auch: Erna Taege-Roehnisch

FrauenOrt in Templin

Wald und Feld, Arbeit und Leben. Die niederdeutsche Schriftstellerin Erna Taege-Röhnisch thematisiert in ihren Werken das Leben auf dem Land, mit den gravierenden Veränderungen, die das 20. Jahrhundert mit sich brachte.

Erna Taege-Röhnisch

Erna Taege wurde 1909 als Tochter eines Waldarbeiters in Bebersee in der Schorfheide geboren. Sie besuchte acht Jahre lang die Dorfschule. Mit 14 beendete sie die Schule und wurde Waldarbeiterin, zusätzlich packte sie zu Hause und in der Landwirtschaft mit an. Ähnlich wie die sorbische Dichterin Mina Witkojc kannte sie das Leben und Arbeiten auf dem Land aus eigener Erfahrung. Einige Jahre später bekam sie eine Stelle als Bürogehilfin und begann bald darauf zu schreiben und im Templiner Kreiskalender zu veröffentlichen.

 

Zweisprachige Dichterin

Erna Taege schrieb Gedichte, Erzählungen, Romane, Kinderbücher und Theaterstücke in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache. Sie zeichnete das Leben der Menschen auf dem Land nach, die im 20. Jahrhundert vielen Veränderungen ausgesetzt waren – zwischen Natur und Jahreszeiten, technischem Fortschritt, gesellschaftlichen Veränderungen und staatlichen Zwängen.

Die ersten Sammelbände mit Gedichten und Erzählungen veröffentlichte sie in der Zeit des Nationalsozialismus. Zwischen 1938 und 1942 erschienen „De Handorgel“, „Weg in die Stille“ und „Wind ümt Hus“. Sie fand schnell viele Leser*innen und 1938 wurde ihr der Brandenburgische Literaturpreis verliehen.

1949 heiratete Erna den Buchhalter Fritz Röhnisch und zog mit ihm nach Templin. Dort engagierten sie sich gemeinsam für den Aufbau des Volkskundemuseums Templin (heute: Museum für Stadtgeschichte), das 1957 eröffnet wurde. Fritz Röhnisch wurde Museumsdirektor und auch Erna arbeitete viele Jahre lang für das landeskundliche Haus. Als sie 1969 in Rente ging, wandte sie sich wieder verstärkt dem Schreiben zu.

Engagiert fürs Plattdeutsche

Mit ihren Texten – aber auch darüber hinaus, engagierte sich Erna Taege-Röhnisch für den Erhalt der niederdeutschen Sprache. 1952 bis 1955 arbeitete sie am Mundartwörterbuch der Akademie der Wissenschaften in Berlin mit und sammelte dafür Sprachbelege des Plattdeutschen. Sie nahm an gesamtdeutschen Tagungen des Niederdeutschen in Bad Bevensen teil und versuchte, ein solches Treffen auch in der DDR zu organisieren.

Während ihres Ruhestandes hielt sie viele Lesungen und Vorträge und war Mitgründerin des Kulturbund-Zirkels Uckermärk’scher Heidstruck. Sie wurde mit mehreren niederdeutschen Literaturpreisen aus Ost und West geehrt.


FrauenOrt Erna Taege-Röhnisch in Templin

Stadthistorisches Museum, Röhnisch-Platz, 17261 Templin, Arbeitsort von Erna Taege-Röhnisch

53.12050°N, 13.50342°E / Google Maps / Open Streetmap

Kontakte vor Ort

Literarischer Rundgang in Templin

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