hintergrundkarte
zisterzienserinnen
zisterzienserinnne

Zisterzienserinnenkloster Marienwerder

1250-1543 | vermutlich ältestes Zisterzienserinnenkloster in Brandenburg, von dem es nur noch Spuren gibt

 

FrauenOrt Zisterzienserinnenkloster Marienwerder: Seehotel Huberhof, Dorfstraße 49, 17291 Oberuckersee, OT Seehausen

 

Das Kloster Marienwerder bei Seehausen/Uckermark findet erstmals 1250 Erwähnung. Wie auch viele andere Zisterzienserinnenklöster, die im 13. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum gegründet werden, orientiert sich Marienwerder an den Regeln der Zisterzienser ohne dem Orden rechtlich anzugehören, das heißt, das Kloster hat zur Ordensleitung in Cîteaux keine Verbindung, die Aufsicht über die Nonnen obliegt dem Bischof von Kammin.

 

Versorgung unverheirateter Töchter 

 

Es ist ein wichtiges soziales Anliegen der Nonnenklöster im Mittelalter, die unverheirateten Töchter standesgemäß zu versorgen. Die Konventualinnen (stimmberechtigte Klostermitglieder) in Marienwerder kommen vorrangig aus dem uckermärkischen Adel. Aber auch Töchter des Prenzlauer Bürgertums finden im Kloster Aufnahme. Die pommerschen Herzöge und brandenburgischen Markgrafen sorgen dafür, dass das Kloster bald zu umfänglichen Besitzungen kommt.

 

Bewirtschaftung der Klosterdörfer, -güter und Wirtschaftshöfe

 

Ihre Klosterdörfer, -güter und Wirtschaftshöfe bewirtschaften die Nonnen nicht allein. Der Großteil der körperlich schweren Arbeit wird von den frondienstleistenden Untertanen erbracht. Ansonsten stehen den Zisterzienserinnen für die Arbeit Familiare, das sind Bedienstete des Klosters, die zwar in der Hausgemeinschaft leben, aber nicht zum Orden gehören, bezahlte Arbeitskräfte und vermutlich auch männliche Laienbrüder zur Verfügung.

 

Handarbeit, Lehren und Lernen

 

Die Klosterfrauen selbst beschäftigen sich mit Handarbeiten. Das bestätigen auch die unzähligen Nadeln, Fingerhüte, Scheren und -fragmente, die auf dem ehemaligen Klostergelände und in unmittelbarer Umgebung bei Grabungen gefunden und geborgen worden sind. Auch wenn sich für das Kloster urkundlich kein Schulbetrieb nachweisen lässt, so zeugen doch Schreibgriffel, Tonkugeln, Spielzeug und Buchschließen im Fundmaterial davon, dass Lehren und Lernen klösterliche Betätigungsfelder sind. Reisende und Pilger finden bei den Nonnen Unterkunft und Schutz. Dies belegen Fundmünzen aus fernen Regionen und Pilgerzeichen. Im Zuge der Reformation wird das Kloster 1543/1545 aufgelöst.