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Käthe Pietschker

1861-1949 | Stifterin des Werner-Alfred-Bades

 

FrauenOrt für Käthe Pietschker: Werner-Alfred-Bad, Hegelallee 23, 14469 Potsdam

 

Käthe Pietschker wird am 23. September 1861 als Tochter von Werner von Siemens geboren und erhält die typische Bildung einer „höheren Tochter". 1883 begegnet sie dem Bornstedter Pfarrer Karl Pietschker. Im Oktober 1884 heiraten sie und Käthe übernimmt die ungewohnten Pflichten einer Haus- und Pfarrersfrau. Sie engagiert sich im von Kaiserin Viktoria gestifteten Kaiser-Friedrichs-Kinderheim, arbeitet 1888 bereits im Vorstand mit und ist von 1910 bis 1936 erste Vorsitzende der Stiftung. 1907 gründet sie daneben eine Volksbücherei für die Gemeinde Bornstedt. Im Herbst 1891 zieht die Familie in eine repräsentative Villa auf dem Mühlenberg um. Sie gestaltet das Haus und das Leben darin, wie sie es aus ihrer Kindheit und Jugend kennt. So richtet sie einen ‚jour fixe’ ein, der bald bei vielen Potsdamern beliebt ist und organisiert Lesungen, Vortragsabende und Hauskonzerte. Nach Karls Tod 1906 begleitet Käthe allein erziehend die Entwicklung und Ausbildung ihrer sechs Kinder sorgfältig. Immer geht es ihr auch darum, den Kindern soziales Verhalten zu vermitteln.

 

Tod zweier Söhne als Anlass für Stifterinnentum

 

1911 stürzt der 1887 geborene älteste Sohn Werner Alfred mit einem selbst entwickelten Eindecker ab. Weil es ihn so sehr empörte, dass Potsdam noch keine anständige Badeanstalt habe und noch so zurück in der Kultur sei, nimmt die Mutter seinen Tod zum Anlass, von dem angesehenen Architekten Baumgarten in der heutigen Hegelallee ein Jugendstilhaus bauen zu lassen, das als „Reinigungs- und Volksbad" am 14. Dezember 1913 eröffnet wird. Das „Werner-Alfred-Bad" ist ein sehr solide und großzügig gestaltetes Geschenk an die Stadt und ihre Bevölkerung. Nachdem ihr jüngster Sohn Arnold zu Beginn des ersten Weltkrieges fällt, richtet sie im ihr zur Verfügung gestellten Haus der „Loge Teutonia" ein Genesungsheim für siebzig Kriegsverletzte ein. Sie übernimmt die Ausstattung, die wirtschaftliche Leitung und die Pflege. So setzt sie ihre Trauer in Aktivitäten um, die anderen Menschen zugute kommen.

 

Als Käthe am 16. Juni 1949 stirbt, endet das Leben einer Frau, die aus ihrem christlichen Glauben heraus immer den Anspruch hatte, die eigenen Privilegien als Verpflichtung zu verstehen und deshalb andere großzügig zu unterstützen und am eigenen Wohlstand teilhaben zu lassen.