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träge röhnisch

Erna Taege-Röhnisch

1909-1998 | Heimatdichterin

 

FrauenOrt Erna Taege-Röhnisch: Stadthistorisches Museum, Röhnisch-Platz, 17261 Templin

 

Erna Taege wird am 12. Januar 1909 in Bebersee in der Schorfheide als Tochter eines Waldarbeiters geboren. Sie besucht die einklassige Dorfschule und beginnt mit 14 Jahren zu arbeiten, zunächst im Wald, beim Förster, bei den Bauern und zu Hause. Diese Arbeit prägt ihr Leben und bildet die Grundlage ihres umfangreichen Wissens über die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der einfachen Menschen. In den Jahren bis Kriegsende arbeitet sie als Büroangestellte und verfasst gleichzeitig Gedichte, Erzählungen, Romane, Kinderbücher und Theaterstücke in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache.

 

Mundart und Volkskunde

 

1949 heiratet sie Fritz Röhnisch und siedelt mit ihm 1951 nach Templin über. Von 1952 bis 1955 arbeitet sie am Brandenburgisch-Berlinischen Mundartwörterbuch der Akademie der Wissenschaften in Berlin mit und sammelt dafür Sprachbelege des Plattdeutschen. Ab 1955 arbeiten Erna Taege-Röhnisch und ihr Mann am Aufbau des Volkskundemuseums Templin, das am 31. März 1957 eröffnet wird. In 15 Jahren gemeinsamer Museumsarbeit prägen sie das Profil des Museums nachhaltig.

 

Schriftstellerischer Erhalt der niederdeutschen Sprache

 

1969 nimmt Erna Taege-Röhnisch ihre schriftstellerische Tätigkeit wieder intensiv auf. Sie richtet all ihr Schaffen auf den Erhalt der niederdeutschen Sprache und hält viele Lesungen und Vorträge. 1978 entsteht im Kulturbund ein Zirkel, der sich dem Erhalt des Niederdeutschen widmet und dessen Nestorin sie ist. Dieser Zirkel wird 1987 als „Uckermärk’scher Heidstruk“ bekannt.

 

Ausgezeichnete Ehrenbürgerin

 

1984 wird sie mit dem Freudenthal-Preis ausgezeichnet, 1992 erhält sie den Fritz-Reuter-Preis und 1993 wird sie Ehrenbürgerin der Stadt Templin. Sie bleibt zeit ihres Lebens eine einfache und schlichte Frau. Am 4. Mai 1998 verstirbt sie in Templin.