Tag zum Gedenken an die Opfer des NS


27. Januar 1945: Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau

Vor 81 Jahren wurde das KZ Auschwitz-Birkenau befreit.

Wir gedenken der Millionen Menschen, die vom NS-Regime verfolgt, deportiert und ermordet wurden.

Die Nationalsozialst:innen zerstörten Kultur, Wissen und vor allem: Millionen von Menschenleben.

Auch in unserem Projekt wird dies deutlich. In der Arbeit mit den FrauenOrten begegnet uns diese Zerstörung ein ums andere Mal.

Viele Frauen, die in der Brandenburgischen Geschichte Erstaunliches bewirkt haben, wurden von den Nazis verfolgt, mit Berufsverboten belegt, in die Emigration gedrängt und auch: ermordet.

Drei jüdische FrauenOrte-Inhaberinnen, die sich für Bildung & Wissen einsetzten, wurden im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet.

Ihre Geschichten stehen heute im Mittelpunkt.

Else Weil, Illustration: Eva Feuchter

Else Weil

Ärztin, 1873 – 1942

Sie war 1910 eine der ersten Medizinstudentinnen in Preußen.

Als Jüdin wurde ihr 1933 die kassenärztliche Zulassung und 1938 die Approbation entzogen. Sie floh nach Frankreich, wollte mit ihrem Partner in die USA ausreisen. Der Plan scheiterte. 1942 wurde sie ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet.

Else Weil inspirierte überdies eine bekannte Romanfigur Kurt Tucholskys.

Mehr über Else Weil erfährst du auf dieser Seite.

Clara Grunwald

Reformpädagogin, 1877 – 1943

Sie brachte die Montessori-Pädagogik nach Deutschland.

Als junge Frau aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten, trat sie dieser 1933 aus Protest wieder bei. Sie erhielt Berufsverbot, unterrichtete heimlich und unterstützte jüdische Menschen bei der Flucht ins Ausland. 1943 wurde sie von Fürstenwalde aus ins KZ Auschwitz- Birkenau deportiert und dort ermordet.

Clara Grunwald legte sich auch mit Maria Montessori an, weil dieser die deutsche Montessori-Schule zu links war.

Mehr über Clara Grunwald erfährst du auf dieser Seite.

Clara Grunwald, Illustration: Noa Snir
Gertrud Feiertag, Illustration: Noa Snir

Gertrud Feiertag

Reformpädagogin, 1877 – 1943 (?)

Sie begleitete zahlreiche Kindertransporte, kehrte jedoch stets nach Deutschland zurück: es gab noch Arbeit zu tun.

1931 gründete sie in Caputh ein Kinderlandheim, das ab 1933 jüdischen Kindern Zuflucht bot. Nach der Zerstörung des Heims organisierte und begleitete sie Kindertransporte nach England. 1943 wurde sie ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert.

Mehr über Gertrud Feiertag erfährst du auf dieser Seite.