15 Jahre FrauenOrte Brandenburg


Die erste Tafel

Heute vor 15 Jahren, am 13. November 2010, wurde der 1. FrauenOrt im Land Brandenburg eingeweiht. Die Tafel steht am Ratskeller im Rheinsberg und erzählt die Geschichte der promovierten Medizinerin Else Weil.

2012 wurde die Tafel von Unbekannten entwendet und mit Spendengeldern von Rheinsberger Bürger:innen wieder aufgebaut.

Die 1. FrauenOrte-Tafel für Else Weil in Rheinsberg
Drei Personen enthüllen die FrauenOrte Tafel für Annemirl Bauer.
Einweihung des 39. FrauenOrts für Annemirl Bauer in Mühlenfließ

45 Tafeln in vier Jahren

Zwischen 2010-2014 wurden in unglaublichem Tempo 45 FrauenOrte-Gedenktafeln im ganzen Land Brandenburg aufgestellt.

Diese wurden ergänzt durch eine Webseite, Flyer, Postkarten, eine Broschüre sowie einen Kalender.

Wanderausstellung zum zehnjährigen Jubiläum

Im Jahr 2020 konzipierten Jeanette Toussaint und Dörthe Kuhlmey unsere FrauenOrte-Wanderausstellung, die die ersten 45 Biografien gesammelt sichtbar macht. Die Ausstellung tourt bis heute durch Museen, Bibliotheken, Vereins- und Gemeinderäume und erreicht damit ein interessiertes Publikum in ganz Brandenburg.

Eine Person steht zwischen mehreren Roll-Ups. Auf dem ersten Roll-Up ist zu lesen: FrauenOrte im Land Brandenburg
Blick in die Wanderausstellung
Aktualisierte FrauenOrte-Tafel für Anne Marie Baral in Potsdam

Modernisierung aller Tafeln

2021 lag die Einweihung der ersten Tafeln bereits mehr als zehn Jahre zurück. Viele sind dabei Jahr und Tag Sonne, Wind und Regen ausgesetzt. Deswegen wurden alle 45 Tafeln erneuert und auch inhaltlich aktualisiert.

Neues Design, eine Koordinierungsstelle und erste Hörspaziergänge

Viele Neuerungen brachte das Jahr 2022. Die Webseite wurde in einem großen Kraftakt komplett erneuert und ein neues Designkonzept für die FrauenOrte Brandenburg entworfen. Im selben Jahr konnte erstmals eine eigene Koordinierungsstelle für die FrauenOrte eingerichtet werden, die seither die Weiterentwicklung des Projektes mit voller Kraft angeht.

Neu hinzugekommen sind außerdem die FrauenOrte zum Anhören: Die FrauenOrte-Hörspaziergänge für Clara Zetkin und Emilie Winkelmann.

Neues FrauenOrte-Design mit bunten Farben und gemalten Illustrationen
Neues FrauenOrte-Design
Einweihung der 46. FrauenOrte-Tafel für Minna Cauer in Freyenstein

Neue Tafeln!

Im folgenden Jahr enstanden zwei neue FrauenOrte-Tafeln: Den Anfang machte Freyenstein mit dem 46. FrauenOrt für die radikale Frauenrechtlerin Minna Cauer. Im Herbst folgte dann der FrauenOrt für die Lehrerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus Frida Winckelmann in Birkenwerder. Für Minna Cauer folgte noch im selben Jahr ein Hörspaziergang.

Veranstaltungen, Vandalismus und Digitalisierung

…und weitere Tafeln natürlich! Seit 2023 schaffen wir jährlich zwei neue FrauenOrte-Tafeln.

Im Jahr 2024 konnten wir darüber hinaus die entwendete Tafel für Frieda Glücksmann in Lehnitz dank großzügiger Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten Christiane Bonk erneuern und um einen Hörspaziergang erweitern.

Neu ist auch das Konzept der „digitalen FrauenOrte“. So können wir auch Geschichten erzählen, denen entweder die Örtlichkeit fehlt oder – wie im Fall der Frauen- und Homosexuellenrechtlerin Johanna Elberskirchen – es bereits Tafeln vor Ort gibt.

Wir bleiben digital: Erinnerung findet zunehmend auch im digitalen Raum statt. Darum gibt es die Hörspaziergänge seit 2024 auch auf zahlreichen Podcastplattformen.

Digital ja, aber auch vor Ort wollen wir präsent sein und uns weiter entwickeln. Darum startete im selben Jahr eine Veranstaltungsreihe der FrauenOrte in Kooperation mit dem Museum. Den Auftakt machte eine Podiumsdiskussion „Nicht nur Heldinnen?!“ zu feministischer Erinnerungskultur.

Podiumsdiskussion zu feministischer Erinnerungskultur im Brandenburg Museum
Fahrradbesuch bei den FrauenOrten

Danke

Das Projekt FrauenOrte Brandenburg ist steht auf den Schultern vieler engagierter Menschen, die sich über Jahre für das Projekt eingebracht haben.

Unser ganz herzlicher Dank gilt Sabina Scheuerer, ehemalige Sprecherin sowie Bettina Panser, damalige Geschäftsführerin des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg, die die Idee der FrauenOrte aus Sachsen-Anhalt mit nach Brandenburg brachten, zahlreiche Biografien und Projektpartner:innen fanden und Fördergelder akquirierten.

Ebenso danken wir Jeanette Toussaint und Dörthe Kuhlmey für die jahrelange Begleitung und Gestaltung des Projektes.

Wir danken unseren zahlreichen Kooperationspartner:innen im ganzen Land Brandenburg, den Gleichstellungsbeauftragten und den Fördervereinen. Wir danken den engagierten Einzelpersonen, die Tafeln initiiert haben, sie mit Veranstaltungen, Führungen und Busreisen bespielen und die sie regelmäßig pflegen.

Dem Land Brandenburg danken wir für die Förderung.

Und natürlich ein ganz herzlicher Dank an alle Aktive, Engagierte und Mitarbeitende des Frauenpolitischen Rats Land Brandenburg, der das Projekt trägt und unterstützt.

Auf die nächsten 15 Jahre!