25. November: Internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Vor 65 Jahren, am 25. November 1960, wurden die drei Schwestern Patria, Minerva und María Mirabal durch Angehörige des militärischen Geheimdienstes der Dominikanischen Republik ermordet. Sie waren im Widerstand gegen den Diktator Rafael Trujillo aktiv gewesen.
Ihnen zum Gedenken riefen lateinamerikanische und karibische Feminist:innen am 25. November 1981 den ersten Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen aus. Dieser wurde 1999 durch die Vereinten Nationen aufgegriffen und seither jährlich begangen.

Wer war Evelyn Wendt?
Evelyn Wendt, geb. 1962, war alleinerziehende Mutter, Gleichstellungsbeauftragte und Dezernentin der Stadt Königs Wusterhausen. 1995 wurde sie von ihrem Ehemann ermordet.
Evelyn Wendt war eine starke und selbstbewusste Frau, die sich diese Eigenschaften hart erarbeitet hatte. Als Mutter von vier Kindern erkrankte sie im Alter von 27 Jahren an Krebs und schwor sich: „Wenn die Haare wieder wachsen, wenn du das überlebst, dann wird alles anders.“
Und so kam es: Nach überstander Erkrankung kündigte sie ihren unbefriedigenden Job und begann ein Fernstudium. Und sie löste sich aus einer für sie sinnlos gewordenen Ehe. 1990 kandidierte Evelyn Wendt bei den ersten und letzten freien Kommunalwahlen in der DDR. Mit Erfolg: Sie wurde Stadträtin für Soziales, Jugend und Gesundheit in Königs Wusterhausen.
1994 wurde sie die erste Gleichstellungsbeauftragte von Königs Wusterhausen. Evelyn Wendt setzte sich für die Rechte von Frauen, für Migrant:innen und behinderte Menschen ein und war maßgeblich an der Gründung des örtlichen Frauenhauses beteiligt. Ihr besonderes Augenmerk galt den Alleinerziehenden, zu denen sie selbst gehörte.
Mit ihrem zweiten Lebenspartner war sie dreieinhalb Jahre zusammen. Nach außen schienen sie glücklich. Doch mit der Zeit wurde er in ihrer Abwesenheit gewalttätig gegen ihre Kinder. Als diese ihr schließlich von den Übergriffen erzählen, entschied sie sich zur Trennung.
Am 29. September 1995 wurde Evelyn Wendt von diesem Ex-Partner ermordet. Sie wurde 33 Jahre alt.
Projekt: GedenkOrt Femizid
GedenkOrt Femizid ist ein Projekt des SHIA-Landesverbands Brandenburg e.V. Es erinnert an die Opfer patriarchaler Gewalt und möchte ihnen Gesicht und Stimme geben – Frauen und Mädchen, die getötet wurden, weil Männer Macht und Kontrolle über sie ausüben wollten, in ihrer extremsten Form.
Das Projekt macht deutlich, dass geschlechtsspezifische Gewalt kein Randphänomen ist, sondern mitten in unserer Gesellschaft stattfindet. Daher werden die Gedenktafeln nicht an zentralen Plätzen angebracht, sondern an Orten, die mit den Opfern verbunden sind: dort, wo sie gelebt oder gearbeitet haben – oder wo sie ermordet wurden.
Die Gedenktafel für Evelyn Wendt ist die Erste. Sie wird am 25. November 2025 enthüllt. Weitere GedenkOrte sollen folgen.
Adresse:
Karl-Marx-Straße 23, 15711 Königs Wusterhausen
frühere Stadtverwaltung und Arbeitsort von Evelyn Wendt
Alle Informationen zum GedenkOrt:
Für weitere Informationen zum Projekt und zum GedenkOrt Evelyn Wendt bitte hier klicken.
Rat und Hilfe
☎️ 08000 116 016
www.hilfetelefon.de
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ein 24/7 erreichbares bundesweites Angebot. Es bietet erste Unterstützung sowie die Vermittlung an lokale Unterstützungsangebote. Die Beratung ist mehrsprachig und auch per Chat oder E-Mail möglich: hier klicken
(täglich 12-20 Uhr)
☎️ 110
Im akuten Notfall und bei akuter Bedrohung ist der Polizeiruf die erste Wahl. Die Polizei kann auch zu einer ärztlichen Untersuchung begleiten und Beweise sichern.
In Brandenburg gibt es die Vereinbarung, dass die Polizei nach einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt auf Wunsch der Frau das örtliche Frauenhaus informiert. Dessen Mitarbeiterinnen nehmen dann Kontakt auf, um Hilfe anzubieten.
🏠 Frauenhäuser
Frauenhäuser in Ihrer Nähe (hier klicken)
Hier finden Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, Schutz, Unterkunft und Beratung.
🆘 Welche Hilfsangebote gibt es?
Hilfsangebote bei Gewalt gegen Frauen in Brandenburg (hier klicken)
☎️ 116 006
Unter der bundesweiten Notrufnummer des WEISSER RING e.V. finden Opfer von Kriminalität und Gewalt Hilfe und kostenlose Beratung.
Wir alle können und müssen gegen Gewalt aktiv werden:
Sie können etwas tun – Kampagne des Netzwerkes der brandenburgischen Frauenhäuser e. V. (hier klicken)