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Emilie Winkelmann

1875-1951 | Architektin

 

FrauenOrt Emilie Winkelmann: Hermann-Maaß-Straße 18/20, 14482 Potsdam-Babelsberg

 

Emilie Winkelmann wird am 8. Mai 1875 in Aken geboren. Sie erlernt das Zimmererhandwerk. 1902 gelingt ihr mit der Unterzeichnung ihres Gesuchs mit E. Winkelmann ausnahmsweise die Zulassung an der Technischen Hochschule Hannover, obwohl Frauen zu dieser Zeit in Preußen der Zugang zu Hochschulen verwehrt ist. 1906 wird sie nicht zum Staatsexamen zugelassen.

 

Erste selbstständige Architektin Deutschlands

 

Sie geht nach Berlin, wo sie nach wenigen Jahren als erste selbständige Architektin Deutschlands ihr eigenes Büro eröffnet, in dem sie mit zunehmendem Erfolg 15 Angestellte beschäftigt. 1907 erringt sie den 1. Preis in einem Architekturwettbewerb. In den folgenden Jahren entwirft sie Villen, Land- und Gutshäuser in Berlin, Babelsberg, Schleswig und Pommern, das städtische Mietshaus „Leistikowhaus“ und das „Viktoria-Studienhaus“, heute Ottilie-von-Hansemann-Haus in der Otto-Suhr-Allee in Berlin-Charlottenburg, das unter dem Protektorat von Kaiserin Auguste Viktoria als Wohn- und Bildungsstätte für Berliner Studentinnen entsteht.

 

Wohnhäuser für die „Genossenschaft für Frauenheimstätten“

 

Für die „Genossenschaft für Frauenheimstätten“ plant sie 1913 ein Wohnhaus für ehemals berufstätige alleinstehende Frauen im Ruhestand. In der Heimdahlstraße (heute Hermann-Maaß-Straße 18/20) in Potsdam-Babelsberg entsteht 1914 das „Haus in der Sonne“ (benannt nach einer Romanvorlage des schwedischen Malers Carl Larsson) mit 14 eigenständigen Wohnungen mit jeweils ein bis drei Zimmern, Küchenzeile, beheizbarer Loggia, Toilette und zum Teil eigenem Bad. Neben der technisch modernen Ausstattung mit Zentralheizung und elektrischer Beleuchtung steht bei Bedarf ein Hauswartsehepaar für Hilfestellungen im Haushalt zur Verfügung. Mahlzeiten können nach Wunsch individuell oder gemeinschaftlich eingenommen werden.

 

Aufnahmen in den Bund Deutscher Architekten

 

1928 wird Emilie Winkelmann in den Bund Deutscher Architekten aufgenommen. Zum Ende des 2. Weltkrieges kommt sie bei einer Bauherrenfamilie auf Gut Hovedissen bei Bielefeld unter. Bis zu ihrem Tod am 4. August 1951 arbeitet sie für den Wiederaufbau und die Unterbringung von Flüchtlingen. Viele von ihr entworfene Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.