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Mina Witkojc

1893-1975 | Dichterin und Journalistin

 

FrauenOrt Mina Witkojc: Haus der Begegnung, Am Bahndamm 12b, 03096 Burg/Spreewald

 

Die Dichterin und Journalistin Mina Witkojc, Tochter eines wendischen Dienstmädchens und des Gastwirts Fritz Pohlenz, wird am 28. Mai 1893 als Wilhelmine Wittka in Burg geboren. Nach ihrer Kindheit in dem ärmlichen Haus der Großmutter und der bürgerlichen Idylle der Pohlenz-Schänke schreibt sie unter Obhut der Freundin Valeska Raedsch vom Kurhaus erste deutsche Gedichte.

 

Fast 30jährig wird sie sich ihrer Muttersprache bewusst. Prof. Dr. A. Muka bildet sie in Sprache und Literatur aus.

 

Ach narod naš, ty luby, drogi,
za tebje hyšci pšosymy,
gaž južo nimjernosci brjogi
nas dawno zele wot tudy.

Serbski narod, 1923

 

Redakteurin und zentrale Frauengestalt

 

1923 wird sie Redakteurin des „Serbski Casnik und zur zentralen Frauengestalt, charakterfest, unbeugsam, mit klaren Aussagen zu Krieg und Frieden und dem Weg ihres Volkes. 1926 nimmt sie am Europäischen Minderheitenkongress in Genf teil. Ihre Lyrik hebt die einfache Sprache des Volkes auf das Niveau der Literatursprache des 20. Jahrhunderts und wird bleibenden Wert haben.

 

Exil in der Tschechoslowakei

 

Konservative Kräfte nehmen ihr 1931 die Redaktionsleitung. 1933 folgt Berufsverbot, 1941 die Ausweisung aus der Lausitz. Nachdem sie 1946 bei einer Plakataktion in der Heimat verhaftet wird, entscheidet sie sich für ein weiteres Exil und lebt bis 1954 bei Verwandten und Freunden in der Tschechoslowakei.

 

Rückkehr und Ehrung

 

Aufrechten Ganges, ungebrochen geht sie fortan durch ihren Heimatort, wird 1964 mit dem Cišinski-Preis geehrt und 1972 mit dem Literaturpreis der Domowina. Letzte Ruhe findet sie 1975 auf dem Burger Friedhof.