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Ulrike von Kleist

1774-1849 | Schwester, Erzieherin und selbstbestimmte Frau


FrauenOrt Ulrike von Kleist: Kleistmuseum, Faberstraße 7, 15230 Frankfurt (Oder)

 

Philippine Ulrike Amalie von Kleist wird am 26. April 1774 in Frankfurt an der Oder geboren. Sie ist die zweitälteste Tochter von Joachim Friedrich von Kleist und dessen erster Ehefrau Caroline Louise von Wulffen, die 19jährig wenige Tage nach der Geburt Ulrikes verstirbt. Der zweiten Ehe Joachim Friedrich von Kleists entstammt Heinrich von Kleist (1777-1811), dessen wichtigste Vertraute Ulrike von Kleist, die ältere Halbschwester, lange Zeit ist. Sie unterstützt ihn augenscheinlich als einzige in seinem Wunsch, die Militärkarriere zu verlassen, begleitet ihn nach Paris, betreibt seine Freilassung beim französischen Gouverneur Clarke, als er 1807 mit Verdacht auf Kriegsspionage nach Frankreich gebracht wird, und vor allem gewährt sie ihm immer wieder finanzielle Unterstützung. Sie haben eine enge, aber nicht immer harmonische Beziehung.

 

Bürgerin der Stadt Frankfurt (Oder)

 

Ulrike von Kleist überlebt ihren Bruder um 38 Jahre. Sie bleibt zeit ihres Lebens unverheiratet. 1819 erwirbt sie das Familienhaus, dort leitet sie bis 1839 ein Pensionat für höhere Töchter. Durch diesen Grundbesitz wird sie sogar Bürgerin der Stadt Frankfurt an der Oder, natürlich ohne Wahlrecht. Eines der wenigen Zeugnisse ihres Lebens ist der Eintrag in die Bürgerrolle. Ein weiteres Dokument weist sie als Altstimme in der Frankfurter Singakademie aus.

 

Sie stirbt am 5. Februar 1849 und wird auf dem Alten Friedhof, dem heutigen Kleistpark, begraben. Eine Kopie ihres Grabkreuzes aus Eisenguss befindet sich im Garten des Kleist-Museums.