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Clara Hoffbauer

1830–1909 | Stifterin

 

FrauenOrt Clara Hoffbauer; Hoffbauer-Stiftung, Herrmanswerder, 14473 Potsdam

 

Clara Ottilie Alexandrine Emilie Becker wird als eines von acht Geschwistern am 30. April 1830 geboren. Ihr Vater ist der Berliner Kommerzienrat Ludwig Becker. 1850 heiratet sie den Kaufmann Hermann Hoffbauer, der später mit ihrem Bruder eine Teppichfabrik gründet. 1870 zieht das Ehepaar in das „Havelhaus“ nach Potsdam.

 

Soziales Engagement

 

Soziales Engagement ist für das Ehepaar selbstverständlich. Hermann Hoffbauer gründet 1873 für seine Angestellten eine Kranken- und Unterstützungskasse. Da die Ehe kinderlos bleibt, planen sie die Einrichtung einer evangelischen Stiftung. Hermann Hoffbauer erlebt dies nicht mehr, denn er stirbt 1884.

 

Gründung der Hoffbauerschen Stiftungen

 

Nach dem frühen Tod ihres Mannes tritt Clara Hoffbauer das Erbe an und setzt den gemeinsamen Willen um. Sie erwirbt im Jahr 1889 von dem Königlichen Eisenbahnfiskus einen Teil der Halbinsel Tornow, um hier ihre Stiftung zu errichten. Der erste Spatenstich erfolgt am 10. Juni 1891 und es werden die Grundsteine für die ersten drei Gebäude gelegt.

Ein erstes Stiftungsstatut aus diesem Jahr regelt das Leben der neu entstandenen „Hoffbauerschen Stiftungen“. Ziel der Stiftung ist die Erziehung und Bildungsförderung von elternlosen Mädchen und jungen Frauen im evangelischen Sinne sowie die Pflege kranker und alter Menschen.

Am 30. Juni 1901, dem Geburtstag Hermann Hoffbauers, wird die Hoffbauer-Stiftung eingeweiht, die mit 6 Millionen Mark und einer Vielzahl an Gebäuden ausgestattet ist. Im Gedenken an ihren Ehemann lässt Clara Hoffbauer die Halbinsel in Hermannswerder umbenennen. Ihr gesamtes persönliches Vermögen übergibt sie der Stiftung. Clara Hoffbauer stirbt am 28. Februar 1909.

 

Grundstein für vielfältige evangelische Bildungseinrichtungen

 

Clara Hoffbauer war eine starke Persönlichkeit, die fest im christlichen Glauben wurzelte und gegen fremde Ansprüche ihre Stiftungsideen umsetzte. Sie schuf mit der Eröffnung der ersten höheren Mädchenschule auf Hermannswerder den Grundstein für vielfältige evangelische Bildungseinrichtungen in Brandenburg und Berlin. Hoffbauer Schulen und Kindergärten sind heute anerkannte evangelische Lern- und Lebensorte für 5000 engagierte Menschen.