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Frieda Glücksmann groß
Glücksmann Zitat

Frieda Glücksmann

1890-1971 | Sozialpädagogin

 

FrauenOrt Frieda Glücksmann: Am Rondell, 16501 Oranienburg OT Lehnitz

 

Frieda Glücksmann wird am 25. Juli 1890 in Breslau geboren. Ihre Berufsausbildung führt sie als Kindergärtnerin über einen Französischabschluss in der Schweiz zu einem Examen als Schulpflegerin und Jugendleiterin im Jahr 1916.

 

Fünfzehn Jahre ist sie als Dezernentin für Schulkinderfürsorge am städtischen Jugendamt in Breslau tätig. Aus der geschiedenen Ehe mit Erich Glücksmann gehen drei Kinder hervor. Als 1932 die Nazis im Stadtparlament die Mehrheit erhalten, werden die jüdischen Angestellten – unter ihnen auch Frieda Glücksmann – entlassen.

 

Entwicklung einer jüdischen Sozial- und Bildungseinrichtung

 

Frieda Glücksmann übernimmt 1933 von der Jüdischen Gemeinde Berlin das leer stehende Gebäude des „Jüdischen Erholungsheims Lehnitz“. Im Auftrag des Jüdischen Frauenbundes (JFB) organisiert sie hier als Leiterin die Sozial- und Bildungsarbeit unter den neuen Bedingungen. Couragiert, kompetent und mit großer menschlicher Wärme entwickelt Frieda Glücksmann gemeinsam mit ihren Angestellten die Einrichtung ab 1934 als „Erholungsheim – Kinderheim – Hauswirtschaftliche Schule – Tagungsort“ zu einem Zentrum des jüdischen Überlebenskampfes gegen die antijüdische Politik des Naziregimes. Mutig widersteht sie antisemitischen Ausschreitungen und Versuchen der behördlichen Schließung bis zur Vertreibung im Verlauf des Novemberpogroms 1938.

 

Londoner Exil

 

Frieda Glücksmann findet eine neue Heimat in Großbritannien, wo sie ab 1939 ihre Erfahrungen in Sozialeinrichtungen, unter anderem für Flüchtlinge, einbringen kann.

 

Am 7. September 1971 stirbt Frieda Glücksmann in London.