hintergrundkarte
Gräfin Dönhoff groß
doenhoff

Sophie Juliane Friederike Gräfin Dönhoff

1768-1834 | Gutsherrin und Reformerin

 

FrauenOrt Gräfin Dönhoff: 16259 Heckelberg-Brunow, OT Beerbaum, neben der Gutseinfahrt

 

Gräfin Dönhoff, geboren am 17. Oktober 1768 als Tochter des Grafen Friedrich Wilhelm von Dönhoff auf Angerau und Beynunen in Ostpreußen, wird im April 1789 Hofdame der Königin Friederike Luise in Berlin. Umgehend verliebt sich König Friedrich Wilhelm II. in die junge und geistreiche Schöne, die ihm bereits 1790 „zur linken Hand“ angetraut wird. Der ehelichen Verbindung entsprießen zwei Kinder: Friedrich Wilhelm Graf von Brandenburg, General der Kavallerie (1792-1850) und späterer preußischer Ministerpräsident, und Julie Gräfin von Brandenburg, spätere Herzogin von Anhalt-Köthen (1793-1848). Als Gräfin Dönhoff beginnt, sich in die politischen Angelegenheiten des Königs zu mischen, trennt sich der König 1793 von ihr.

 

Verbesserung der Lebenssituation der Landbevölkerung

 

Zunächst siedelt sie sich in Angermünde an und bewohnt ab 1795 ein für sie errichtetes Landhaus auf dem Krötenberg am Mündesee. 1805 erwirbt sie neben Gratze und Tempelfelde das Gut Beerbaum, wo sie in ihrem „Chateauchen“, wie sie ihr Haus nennt, als tätige Gutsherrin zurückgezogen und abgeschieden lebt. Das wenige Jahre zuvor erbaute Herrenhaus lässt sie 1817/18 neu gestalten und kostbar ausstatten. Sie widmet sich als Gutsherrin den fortschrittlichen Prinzipien von Thaer und setzt die Hardenbergschen Reformen um. Die Verbesserung der Lebenssituation der Landbevölkerung liegt ihr am Herzen. So schafft sie menschenwürdige Wohnverhältnisse für ihre Gutsarbeiter und baut gegen den Willen des Königs eine Schule für die Kinder des Gutes Beerbaum, deren Lehrer sie bezahlt.

 

Julie Gräfin Dönhoff stirbt am 28. Januar 1834 und wird gemäß ihrem Wunsch auf dem Tölberg in ihrem Beerbaumer Anwesen unter einer Linde beigesetzt. 1895 erfolgt die Umbettung der sterblichen Überreste auf den Friedhof am Gratzer Weg. Ihre Grabstätte wird 2010 von der Künstlerfamilie Schack neu gestaltet und mit einer Inschriftplatte wieder sichtbar gemacht.