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Caroline de la Motte Fouqué

1775-1831 | Schriftstellerin und Gutsherrin

 

FrauenOrt Caroline de la Motte Fouqué: Schloss Nennhausen, Fouquéplatz 4, 14715 Nennhausen

 

Caroline wird 1775 als Tochter von Philipp August von Briest und seiner Frau Caroline in Berlin geboren. Sie bleibt das einzige Kind ihrer Eltern, da ihr 1789 geborener Bruder nach wenigen Monaten stirbt. Bald nach ihrer Geburt erbt der Vater den Besitz und zieht mit seiner Familie nach Nennhausen. Das Ehepaar Briest gilt als gebildet und zeitgenössischen Ideen gegenüber aufgeschlossen. Caroline erhält eine sorgfältige Erziehung.

 

Mit 16 Jahren heiratet sie Friedrich Ehrenreich von Rochow, der das Gut Reckahn erben soll. Das Ehepaar bekommt zwei Söhne und eine Tochter. Die Ehe scheitert bereits nach sechs Jahren. Caroline kehrt mit ihren Kindern nach Nennhausen zurück. Rochow nimmt sich wegen Spielschulden das Leben.

 

Herausgabe des und Veröffentlichungen im „Frauentaschenbuch“ 

 

Friedrich de la Motte Fouqué lernt sie als Gast ihres Vaters in Nennhausen kennen. Sie heiraten im Januar 1803. Caroline nimmt regen Anteil an seiner literarischen Tätigkeit und beginnt selbst zu schreiben. 1806 veröffentlicht sie erstmals Gedichte im Musenalmanach. Zahlreiche ihrer Beiträge erscheinen in dem von Fouqué mit heraus-gegebenen „Frauentaschenbuch, sie zeugen von ihrer unabhängigen Geisteshaltung und sind auch heute noch gut zu lesen. Bemerkenswert sind auch ihre Abhandlungen über die Mode und die zeitgenössische weibliche Bildung.

 

Großzügige Gastgeberin

 

Nennhausen ermöglicht dem Ehepaar Fouqué, großzügige Gastgeber zu sein. Dichter der Romantik wie Chamisso, E.T.A. Hoffmann, die Brüder Schlegel, und der literarische Freundeskreis in Berlin wie der Verleger Hitzig, General von Gneisenau und Wilhelm von Humboldt sind Gast in Nennhausen. Sie beschreiben Haus und Park, loben die selbstverständliche Gastfreundschaft und die anregenden Abende, an denen aus den neuesten Werken vorgelesen wird.

 

Führung des Gutsbetriebs und Umsetzung der Stein-Hardenbergschen Reformen

 

Als ihr Vater 1822 stirbt, übernimmt sie für ihren in diplomatischen Diensten stehenden Sohn Theodor die Führung des Gutsbetriebs in Nennhausen und setzt die Forderungen der Stein-Hardenbergschen Reformen zur Bauernbefreiung um.

 

Caroline stirbt 1831, sie liegt neben ihren Eltern im Park von Nennhausen begraben.