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Euphemia von Oels / Herzogin Offka

um 1400-1444 | Gönnerin der Stadt Bad Liebenwerda

 

FrauenOrt Euphemia von Oels: Lubwartturm, Kreismuseum, Burgplatz 2, 04924 Bad Liebenwerda

 

Euphemia (auch Ephigenia Offigka bzw. Offka genannt) wird um 1400 als fünftes Kind des Herzogs Konrad III. von Oels und seiner Frau Jutta (Guta) geboren.

 

Am 14. Januar 1420 heiratet sie Herzog Albrecht III., Kurfürst von Sachsen-Wittenberg, auch genannt der Arme. Während einer Jagd in der Lochauer Heide, wo sie mit ihrem Mann in einem Bauernhaus übernachtet, bricht plötzlich ein Brand aus, an dessen Folgen Albrecht im November 1422 stirbt. Die Ehe bleibt ohne Nachkommen, womit die Linie der Sachsen-Wittenberger Askanier ausstirbt.

 

Burg Liebenwerda als Witwensitz

 

Als Wittum (Witwensitz) bezieht Euphemia die Burg Liebenwerda, auf der sie umfangreiche Baumaßnahmen veranlasst. Sie lässt von 1422 bis 1424 ein neues massives Gebäude errichten, das, weil der Stadt zugewandt, den Namen Vorderschloss erhält. Dieses brennt 1888 ab. Zudem gehören ihr Wahrenbrück und weitere Dörfer wie Hohenleipisch, Lausitz und Berga bei Schlieben, aus denen sie Steuern und Naturallieferungen bezieht.

 

Vergünstigungen für die Stadt Liebenwerda

 

Die Vergünstigungen, womit sie die Stadt Liebenwerda beschenkt, sind die Stiftung eines Altars 1423, die Verleihung des Bürgerbusches im Jahr 1424, der Frauen- und Luckauer Wiesen, verschiedener Triften, der Fischerei in der Elster und die Überlassung der Schlossfelder. Im Vorderschloss errichtet sie ein Kloster, die Kapelle war schon früher vorhanden. Bei ihrem Wegzug von Liebenwerda geht beides ein und wird als Futterboden genutzt.

 

1432 heiratet Euphemia den Fürsten Georg I. von Anhalt-Zerbst. Aus dieser Ehe erreichen zwei Töchter das Erwachsenenalter: Anna, geboren 1435, und Marie, die Nonne in Brehna wird. Euphemia von Oels stirbt 1444.