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Gisela Opitz

1931-2005 | Theologin und Politikerin

 

FrauenOrt für Gisela Opitz: Alte Neuendorfer Kirche, Neuendorfer Anger, 14482 Potsdam-Babelsberg

 

Gisela Meuß wird am 7. April 1931 als zweites von fünf Kindern einer Pfarrersfamilie in Gralow in Schlesien geboren. Gelebte Emanzipation der Frauen ihrer Herkunftsfamilie prägt ihr Heranwachsen als Mädchen und junge Frau. Sie besucht von 1937 bis zur Vertreibung und Flucht 1945 zuerst die Volksschule in Gralow, dann die Mädchenoberschule in Landsberg an der Warthe. Stationen im Oderbruch und in Berlin führen die Familie im November 1945 nach Rathenow. Dort legt Gisela 1950 ihr Abitur ab.

 

Verbindung von Familienleben und beruflichem Engagement

 

Nach dem Studium der Theologie in Berlin, Rostock und Halle und dem Vorbereitungsdienst der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg wird sie Studieninspektorin im Vikarinnenseminar der Evangelischen Kirche der Union. Nach dem 2. Examen 1959 arbeitet sie im Landesjugendpfarramt Mecklenburg in der  Schüler- und Mädchenarbeit. 1961 übernimmt sie die kommissarische Leitung des Vikarinnenseminars in Potsdam.

 

Im Mai 1961 heiratet sie Helmut Opitz, Doktor der Theologie und späterer Pfarrer in Potsdam. 1962 wird der erste Sohn geboren, zwei weitere Söhne kommen 1965 und 1967 zur Welt. Gisela Opitz gelingt es, Familienleben und berufliches Engagement zu verbinden.

 

Engagierte Dozentin für kirchliche MitarbeiterInnen

 

Als freie Mitarbeiterin ist sie zwischen 1962 und 1981 in kirchlichen und diakonischen Institutionen tätig und macht sich als Dozentin an verschiedenen kirchlichen Ausbildungsstätten einen Namen. Sie bildet Altenpflegerinnen, GemeindepädagogInnen und Kindergärtnerinnen mit aus, später kirchliche SozialarbeiterInnen in Potsdam. Als Theologin ist sie DDR-weit bekannt durch die Herausgabe von Arbeitsmaterialien für kirchliche MitarbeiterInnen sowie des Gebetsbuches für Frauen und Kinder „Guten Morgen, schöne Welt“.

 

Langjährige Stadtverordnete im Einsatz für Frauenrechte

 

Von 1990 bis zu ihrem Tod am 21.Januar 2005 engagiert sie sich  - neben vielen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten - in der Stadtverordnetenversammlung Potsdam, zunächst für die Unabhängige Initiative Potsdamer Frauen und später für das Bürgerbündnis. Gisela Opitz arbeitet unter anderem im Haupt-, Kultur- und Sozialausschuss der Stadt mit. Ihrem Mut, ihrem Einsatz und ihrem unerschütterlichen Glauben an Veränderungen hat die Stadt Potsdam viel zu verdanken: 1989 gründet sie mit vielen engagierten Frauen die Unabhängige Initiative Potsdamer Frauen und 1990 das Autonome Frauenzentrum Potsdam. Später setzt sie sich mit anderen Aktiven für den Wiederaufbau der Neuendorfer Kirche ein, der nach ihrem Tod vollendet wird.