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Zitat Rochow

Christiane Louise von Rochow

1734-1808 | Aufgeklärte Gutsherrin und Sozialreformerin

 

FrauenOrt Christiane Louise von Rochow: Schulmuseum Reckahn, Reckahner Dorfstraße 23, 14797 Kloster Lehnin OT Reckahn

 

 

Im 18. Jahrhundert ist das märkische Dorf Reckahn ein bedeutender Treffpunkt für aufgeklärte Zeitgenossen aus dem europäischen Raum. Grund für das außergewöhnliche Interesse ist die Realisierung bahnbrechender pädagogischer und agrarischer Reformen durch das Gutsherrenpaar Christiane Louise und Friedrich Eberhard von Rochow. Frau von Rochow trägt durch eigenständige schul- und sozialreformerische Aktivitäten maßgeblich zum Erfolg der Erneuerung auf dem Lande bei.

 

Die am 1. Mai 1734 in Weißenfels geborene Christiane Louise von Bose kommt als zwölfjährige Waise zur Rochow‘schen Verwandtschaft ins Schloss Reckahn (heute Rochow-Museum). Nach ihrer Ausbildung am Dessauer Hof heiratet sie 1759 ihren Cousin Friedrich Eberhard von Rochow (1734-1805), mit dem sie in glücklicher  kinderloser Ehe lebt.

 

Armenfürsorge und Gastfreundschaft

 

Die Gutsherrin führt die umfangreiche Hauswirtschaft vorbildlich. Sie verwaltet auch die Armenkasse und kümmert sich persönlich um die Kranken der Gutsherrschaft. Zudem begibt sie sich mit ihrem Mann auf zahlreiche Reisen und pflegt umfangreiche Kontakte zur aufgeklärten adligen und bürgerlichen Welt. Ihr gastfreundliches Haus genießen viele hundert Besucher, Tisch- und Übernachtungsgäste.

 

Eröffnung einer Muster- und einer Handarbeitsschule

 

Christiane Louise von Rochow initiiert gemeinsam mit ihrem Mann Bildungsvorhaben: Zur Eröffnung der Musterschule in Reckahn (1773) organisiert sie ein Fest, um den Landleuten die Vorurteile gegen die Bildungseinrichtung zu nehmen. Sie gründet eine Handarbeitsschule, deren Absolventinnen zu den besten Spinnerinnen im Land zählen.

 

Christiane Louise von Rochow stirbt am 19. Mai 1808 in Berlin. Ihrem Wunsch gemäß wird sie neben ihrem Mann auf dem Neuen Friedhof in Reckahn begraben.