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Gertrud von Saldern

1518-1595 | Kurfürstliche Erzieherin und Stifterin der Gertrud von Saldern-Schule

 

FrauenOrt Gertrud von Saldern: Interkulturelles Zentrum „Gertrud von Saldern, Gotthardtkirchplatz 10, 14770 Brandenburg an der Havel

 

Gertrud von Hake wird im März 1518 in der Mark Brandenburg geboren. Als Erzieherin der Töchter des Kurfürsten Joachim I. lernt sie am Hof in Berlin den kurfürstlichen Rat und Oberkämmerer Matthias von Saldern, ihren geliebten „Junker kennen, den sie später heiratet.

 

Erkämpfung ihres Erbes und Stiftungsgründung

 

Für 1.000 Reichstaler erwirbt die im Schloss Plaue residierende Familie von Saldern 1567 vom Erlös von Gertruds Berliner Immobilien den ehemaligen Bischofshof am Gotthardtkirchplatz als repräsentativen Familiensitz. Hochgeschätzt bei Hof und in der Stadt steht Gertrud von Saldern mit Intelligenz, Courage und Weitblick ihrem Haus vor. Nach dem Tod ihres Mannes 1575 erkämpft die brillante Rednerin vor Gericht den Stadthof als ihr Erbe, um mit ihm den Grundstock für ihre Stiftung „Gertrud von Saldern zu legen. Auf Anregung des Bürgermeisters Simon Roter schenkt die entschiedene Lutheranerin 1589 ihr „hauß unndt hoff zu Brandenburgk der Stadt für eine moderne Lateinschule „zur Ehre Gottes und zur Erhaltung des evangelischen Wortes. Ergänzend stiftet sie 10.000 Reichstaler für dreijährige Studienstipendien und für „Bett und Tisch für bedürftige Schüler. 1591 wird die Schule feierlich eröffnet.

 

Am 27. Mai 1595 stirbt Gertrud von Saldern in Magdeburg und wird dort in der St. Ulrichskirche bestattet. Über 400 Jahre, bis zum Jahr 2001, dient das Gebäudeensemble am Gotthardtkirchplatz ununterbrochen als Schule. Seit 2008 nutzen die Kirchengemeinde und die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft das Gebäude als „Interkulturelles Zentrum.