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Elise Taube
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Elise Taube

geboren 1861 | Ärztin

 

FrauenOrt Elise Taube: Ärztehaus Süd, Westfalenstraße 2, 03238 Finsterwalde

 

 

Am 26. Juli 1861 wird Elise Taube als Tochter des königlichen Domänen-Rentmeisters Johann Friedrich Taube in Finsterwalde geboren. Sie besucht die Schule in Frankfurt/Oder und schließt sie 1879 mit dem Lehrerinnenexamen ab. Von 1879 bis 1891 ist sie als Privatlehrerin tätig. 1896 beginnt sie mit der privaten Vorbereitung auf das Abitur, das sie 1899 am königlichen Luisengymnasium in Berlin erfolgreich besteht.

 

Studium ohne Immatrikulation

 

38jährig nimmt sie 1899 als Hörerin das Medizinstudium auf; die Immatrikulation als Studentin bleibt ihr verwehrt, da in Preußen das Frauenstudium erst 1908 allgemein erlaubt wird. Ihr Gesuch vom 21. September 1901, ihr die Immatrikulation zu gestatten, wird am 17. Januar 1902 abgelehnt. Als Begründung wird angeführt, dass „die medizinische Facultät an der Gestattung der Immatrikulation von Frauen an der hiesigen Universität kein Interesse hat. Elise Taube absolviert das Studium bis 1904 in Berlin und Halle. Im April 1901 legt sie das Physikum in Berlin ab, 1904 das Staatsexamen in Halle. Das praktische Jahr wird ihr erlassen, so dass sie am 16. Mai 1904 approbiert wird.

 

Erste Promovendin an der medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin

 

Ihre Dissertation schreibt sie zum Thema „Rückenmarksaffektionen im Gefolge von Schwangerschaft und Puerperium mit Einschluß der unter denselben Verhältnissen auftretenden Neuritis und Polyneuritis und verteidigt sie erfolgreich am 20. April 1905. Damit promoviert sie als erste Frau an der medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Dies ist dem British Medical Journal in seiner Ausgabe vom 20. Mai 1905 die folgende Notiz wert: „The degree of Doctor of Medicine was recently conferred for the first time on a woman by the University of Berlin. The name of the lady is Fräulein Elise Taube. (Übersetzung: Der Grad eines Doktors der Medizin wurde vor kurzem durch die Universität Berlin zum ersten Mal an eine Frau verliehen. Der Name der Dame ist Fräulein Elise Taube.)

 

Stationen als Ärztin

 

1905 schreibt die Psychiatrische Universitätsklinik in Rostock zum ersten Mal eine reguläre Assistentenstelle ausdrücklich für eine Ärztin aus. Diese Stelle erhält Elise Taube und arbeitet dort bis 1907. 1908 ist sie kurze Zeit als Assistenzärztin an der Landesirrenanstalt Goddelau (Hessen) tätig. Von 1908 bis 1911 arbeitet sie als erste Ärztin in der Irrenanstalt in Buch bei Berlin. Ihr weiterer beruflicher Weg führt sie 1913/1914 in die Privatnervenklinik Dr. Stewart in Speichersdorf im Kreis Königsberg (Ostpreußen) und 1917 nach Berlin-Nikolassee. Danach verliert sich ihre Spur.